Eine erläuternde Einführung zur Anlage:

Der Garten befindet sich in einem sehr durch Wald geprägten Nebental eines Ruhrzuflusses in Westfalen. Von der vorhandenen Terrasse am Haus steigt das Grundstück über 7 Meter hoch bis zum Waldrand an, von wo man einen beeindruckenden Blick über das ganze Tal genießen kann. Es handelt sich um einen reinen Südhang, an dessen Fuß sich das ca. 100 Jahre alte Sandsteinhaus mit Klinkerausbesserungen aus den vergangenen Jahrzehnten befindet .

Bei der ersten Begehung des Grundstückes sprach der Bauherr von dem "toskanischen" Blick, den man vom oberen Waldrand aus genießen könne. Dazu kam die extreme, doch für unsere Gegend typische Steillage, so daß daraus die Idee zu einem italienisch angehauchten Garten entstand.

Die Anlage gliedert sich in 3 Abschnitte:

1. Der Schwimmteich

In Hausnähe wurde ein Schwimmteich angelegt, der erst durch eine hohe Sandsteintrockenmauer auf dem Hang platzmäßig möglich wurde. Der Schwimmbereich ist 8m x 4m x 1,5m groß und von belebten Flachwasserzonen zur biologischen Reinigung umgeben. Ein Holzsteg und eine Terrasse aus unbehandeltem Lärchenholz machen ihn zu einem beliebten und vielseitigen Platz im Garten. Durch die Südausrichtung der wärmespeichernden Mauer  und die ca. 6m lange Wasserachse aus Klinker erwärmt sich das Wasser angenehm schnell im Frühjahr. Außerdem sorgen der Schaumsprudler  und die 3 Wasserspeier aus der Mauer für genügend Sauerstoff im Wasser, so daß es recht klar bleibt. Durch eine geschnittene Eibenhecke oberhalb des ersten Lavendelhanges wird die Mauernische gestalterisch fortgesetzt und der Raum nach oben hin begrenzt.

2. Die Achse

Die zentrale Achse  verbindet das Haus mit dem oberen Teil des Gartens. Sie besteht aus klassischen Säuleneiben, die die freie Rasenfläche für ihren Schattenwurf nutzen, und der schon oben beschriebenen Wasserachse.

3. Oberes Rasenstück mit Kegeltreppe und Pergola

Das parallel zum Waldrand verlaufende Rasenstück  setzt mit der Lärchenholzpergola einen weiteren Schwerpunkt. Von dem später einmal mit echtem Wein zugerankten Sitzplatz hat man einen Blick über den Garten hinweg bis auf die andere Talseite und in Richtung Ruhr. Eine trocken aufgeschichtete und mit Lavendel bepflanzte Brüstungsmauer schirmen den Raum gestalterisch gegen den sich anschließenden Lavendelhang ab. Die Kegeltreppe verbindet die obere Rasenparterre mit der nach unten führenden Achse.

Materialwahl:

-Der dominant verwendete Ruhrsandstein ist landschaftstypisch und findet sich auch in der Fassade des dazugehörigen Hauses wider.

-Für die Holzarbeiten (Pergola, Steg, Terrasse) wurde als Alternative zum Tropenholz Lärchenholz eingesetzt, das schon nach einigen Wochen vergraute und so der Anlage eine gewisse Patina verleiht.

-Als Boden für den Schwimmteich und als Belag unter der Pergola wurde Klinkerpflaster genommen, da er nicht steril wie ein Betonstein wirkt und sehr gut mit dem Sandstein harmoniert.

Pflanzenauswahl (nur angerissen):

Zwei große Lavendelhänge mit einigen Begleitpflanzen dominieren die Anlage. Zusammen mit der Randbepflanzung aus einer Ölweidenart mit grauen Blättern wie Olivenbäume und dem echten Wein auf der Pergola wird eine mediterrane Stimmung hervorgerufen, die zu der strengen Gestaltung sehr gut paßt. Die Säuleneiben sind im übrigen schon in der Geschichte der Gartenkunst, sei es im französischen oder englischen Garten, immer der Versuch gewesen, die nicht frostfesten Zypressen Italiens auch inrauherem Klima nachzuahmen.

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Gartenarchitekt Dipl.-Ing. Christoph Imöhl VfA AKNW